Spoilerwarnung
Ich werde hier nach und nach meine Reviews für die Kurzgeschichten aus Halfway to better als Kommentare hinterlassen. Hinweis: Ich hab diesmal das Buch ausnahmsweise als Hörbuch gehört. Das hat die Auswirkung, dass ich die Namen der Charaktere nie gelesen habe und sie nicht nachschlagen kann. Ich habe daher relativ häufig umschrieben oder geschätzt wie der Name geschrieben sein könnte.
Freue mich wie über über euren Senf zu meinem Senf.


“Halfway to better” ist mein erstes Buch des Genres Hopepunk, und ich hatte bisher auch wenig Berührungspunkte mit Science-Fiction generell. Dabei mag ich Fiktion, und habe in der Vergangenheit viel Fantasy gelesen. Es brauchte scheinbar nur eine Buchempfehlung als Anstoß, danke an Triplef@feddit.org hierfür!
Ich habe die Ausgabe von 2024 über meinen Buchhändler gekauft, ein Taschenbuch erschienen bei Twisted Space. Das Cover ist hübsch anzusehen, das Bild ist eine Zusammenstellung von Motiven aus jeder der Kurzgeschichten des Buchs. Das war anfangs kryptisch, hatte aber zur Folge, dass ich das Cover mit fortschreitendem Lesestand immer besser verstand und schließlich auf jede der Kurzgeschichten aufschlüsseln konnte - ein befriedigendes Erlebnis :)
Die Kurzgeschichten sind in großen Buchstaben auf 132 Seiten mit weiten Abständen gedruckt. Sie sind größtenteils einfach zu lesen, wobei Susan Kaye Quinn teils amerikanische Umgangssprache verwendet, die ich nicht immer verstand.
Am besten gefallen hat mir, dass die Autorin frei experimentiert. Die Kurzgeschichten sind sehr unterschiedlich, Geschlecht und Sexualität der Hauptcharaktere wechseln, die Sprache wechselt von Internetsprache in “Slimy Things Did Crawl” zu poetischer Hochsprache in “Rewilding Indiana”, die Welten wechseln ebenso wie die Länge der Kurzgeschichten. Zu “Rewilding Indiana” dichtet Susane Kaye Quinn dann ein Seemanslied, dass die baumsamenverteilende Drone preist, mein persönlicher Lieblingsmoment. Wie ich in meinem Bett lag und lesend im Takt wippte, konnte ich einen Matrosenchor den Refrain förmlich singen hören, ein herrliches Kunststück!
Das Experimentieren hatte aber auch zur Folge, dass mir manche Kurzgeschichten nicht gefielen. “Slimy Things Did Crawl” ist eine kreative Geschichte mit tollen Cyberpunkelementen, aber ich fand die Meme-Sprache scheußlich, die die Autorin wählt. Schlimm fand ich das nur, bis ich die zweite Kurzgeschichte anfing und feststellte, dass die Autorin eben experimentiert. Danach hat es mir einfach Freude gemacht zu entdecken, welche Variationen ich als Nächstes erwarten kann.
Alles in allem war es eine Freude, das Buch zu lesen, und ich freue mich, mein erstes Hopepunk-Buch gelesen zu haben.